Montag, 12. Dezember 2011

Buch der Woche // KW 50


Dunkle Vergeltung - Sallis, Jamese-book
DUNKLE VERGELTUNG
JAMES SALLIS



Kurzweilige Krimiunterhaltung vom deutschen Krimipreisträger. Das Leben ist halt so ...

Ich bin wahrlich kein Krimifan und dies ist mein erster "echter" Krimi nach Monaten gewesen. Es hagelt nicht allzu viele Sterne in meiner Kritik, aber lesenswert ist dieser Roman vom mehrfach ausgezeichneten James Sallis auf jeden Fall.

Das schreibt die Frankfurter Rundschau (FR vom 03.10.2010):
Manche würden jedes gottverdammte Wort sagen, das ihnen in den Sinn kommt“, so eine Figur in James Sallis’ Kriminalroman „Dunkle Vergeltung“. Das kann man von diesem 1944 geborenen amerikanischen Autor nun wirklich nicht behaupten: Sallis ist einer, der äußerst sparsam umgeht mit den Wörtern, der auf zwei, drei Seiten die Essenz von Lebensgeschichten unterbringt, für die andere ganze Bücher bräuchten. Geschichten von Serviererinnen, Geschichten von Kindermördern, Geschichten von Musikern, die in Spelunken spielen müssen.

„Dunkle Vergeltung“ („Cripple Creek“ im Original von 2006) erzählt wie schon „Dunkle Schuld“ („Cypress Grove“) vom Ex-Cop Turner, der sich hat breitschlagen lassen, in einem Kaff, in dem sich Fuchs und Opossum gute Nacht sagen, der Stellvertreter des Sheriffs zu sein. In Turner ist einiges kaputt gegangen, als er einen Kollegen erschoss; Profi ist er dennoch, wie diesmal ominöse Mafia-Fuzzis feststellen müssen. Ansonsten sitzt er am liebsten auf der Veranda seines einsam gelegenen Hauses, hört seiner Freundin Val zu, wie sie auf dem Banjo gute alte Folksongs spielt, und freut sich über sein Haus-Opossum Miss Emily.

Ein wenig Sentimentalität billigt Sallis Turner also zu, aber, wie allen seinen Figuren, nicht gerade viel psychologische Feinzeichnung. Bei Sallis ist es, als sähen und hörten wir die Figuren, wie sie sich durch eine Art Dämmerung bewegen, die leichte Unschärfen erzeugt. In ihr Inneres blicken lässt er uns selten. Man empfindet das seltsamerweise nicht als Manko.

Die lakonische Härte dieser Krimis hat nichts mit Lieblosigkeit zu tun und nichts mit unzulässiger Vereinfachung. Eher mit einer gewissen Akzeptanz, dass das Leben nun mal so sein kann. Dass die Menschen verdammt unvollkommen sind. Und dass sie selbst meistens nicht so recht wissen, was sie da eigentlich tun.


*****Sternenzeit*****
Spannung ***
Humor *
Anspruch **
Erotik


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